20.000 Meilen unter den Meeren

von Jules Verne
Nach der anonymen deutschen Erstübersetzung, Wien/Pest/Leipzig: Hartleben 1875

Regie: Walter Adler
Komposition: Pierre Oser
Bearbeitung: Helmut Peschina
Produktion: MDR/RB 2003
Länge: 69'


Im Jahr 1866 beunruhigt eine sonderbare Naturerscheinung die Gemüter nicht nur der Seeleute, bei der es sich allem Anschein nach um einen Wal - oder eine Art See-Einhorn - von bis dahin unbekannter Größe und Kraft handeln muss. So sticht im Herbst 1867 von New York aus die bestens ausgerüstete Fregatte "Abraham Lincoln” in See, um das gefährliche Riesentier unschädlich zu machen. Mit an Bord sind der französische Professor Aronnax, der soeben ein zweibändiges Kompendium "Geheimnisse der Meerestiefen" veröffentlich hat, und sein Diener Conseil, außerdem der Kanadier Ned-Land, ein erfahrener Walfänger.

Am 5. November und zweihundert Meilen vor der japanischen Küste bekommen sie das seltsame Wesen zum ersten Mal zu Gesicht - und kurze Zeit später treibt die "Abraham Lincoln" manövrierunfähig im Stillen Ozean; Aronnax, Conseil und Ned-Land aber hat es von Bord geschleudert. Ausgerechnet das Untier wird ihre Rettung, denn es erweist sich als ein Unterseeboot, wie es kein zweites auf der Welt gibt, in seiner an ein Wunder grenzenden Technologie seiner Zeit um mindestens hundert Jahre voraus.

An Bord dieser "Nautilus" nun, mit deren Hilfe der rätselhafte Kapitän Nemo und seine Getreuen der verabscheuten Zivilisation entsagt und sich in ihr eigenes Unterwasser-Reich zurückgezogen haben, erleben die drei unfreiwilligen Expeditionsteilnehmer die unbekannten Abenteuer und Gefahren der Tiefsee, in die noch nie ein Mensch eingedrungen zu sein schien, tauchen sie unter der Meerenge von Suez hindurch (während oben am Kanal gebaut wird) und unterqueren sie den Südpol, immer hin und her gerissen zwischen ihrer Neugier und der Sorge, als Eingeweihte in die Geheimnisse der "Nautilus" nie mehr auf die Erde "da oben" zurückzugelangen. Könnte ihnen eines Tages, unter glücklichen Umständen, die Flucht gelingen? Oder ist es vielleicht doch möglich, in Kapitän Nemos gepanzertes Herz einzudringen und ihn für die Rückkehr zur menschlichen Gesellschaft zu gewinnen, deren Entwicklung er mit einem Schlage in nie gekanntem Maße voranbringen würde?

Mit: Gottfried John, Ernst Jacobi, Hermann Lause, Peter Gavajda, Hansjürgen Hürrig, Götz Schulte, Peter W. Bachmann, Steffen Schult, Lars Jung, Marcello Blasco, Christopher Lohsfeld, Rachel Hardison, Jorge Diaz

Jules Verne wurde am 8. Februar 1828 in Nantes geboren, wo er auch aufwuchs. Er studierte Jura in Paris, fand jedoch größeres Interesse am Theater. In Gemeinschaftsarbeit mit Alexandre Dumas schrieb er Opern, Libretti und Dramen. 1863 begann er mit der Niederschrift seiner Abenteuer- und Zukunftsromane. Jules Verne starb am 24. März 1905 in Amiens.

Hermann Lause, geb. am 7. Februar 1939; Studium der Archäologie, Philosophie und Kunstgeschichte; Schauspielunterricht bei Ellen Mahlke in München. 1965 Debüt am Berliner Schillertheater. Lause stand in Bochum, Köln, Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Wien auf der Bühne und war Darsteller in verschiedenen Kino- und Fernsehfilmen. Außerdem wirkte er in zahlreichen Hörspielen (u.a. "Bouvard und Pecuchet" von Gustave Flaubert, MDR 1994 oder "Fortune oder die Tücke des Objekts" von Ingomar von Kieseritzky, MDR 2003) und Hörbüchern mit. In seinen letzten Lebensjahren war er mit einem Erich Kästner-Programm in Hamburg erfolgreich. Hier starb er am 28. März 2005.