Abgesoffen

von Carlos Eugenio López
Aus dem Spanischen von Susanne Mende

Regie: Irene Schuck
Bearbeitung: Irene Schuck
Produktion: NDR 2008
Länge: 67'


Zwei Auftragskiller fahren vom Landesinnern Spaniens an die Küste von Gibraltar. Im Kofferraum: ein Toter, der 29. nordafrikanische Immigrant, den sie gegen Bezahlung abgemurkst haben. Eigentlich ist es nur ein Job, den sie machen, kein schöner, aber ein lukrativer. So fahren sie durch die Nacht, redend, bramarbasierend. Quasseln über das Universum und die Masturbation, über die Vergebung angesichts des letzten Liebesverrats und den Tod, über Aids und Sex und und und.

Unter den Versatzstücken des Alltäglichen scheint ein philosophischer Diskurs auf, im politpopulistischen Gepoltere die gesellschaftlichen Vorurteile, Legitimationsmechanismen und Verdrängungstechniken, im Einerlei-Gebrabbel das eigene kleine Leben, die eigene Angst. Denn zumindest einer der Auftragskiller redet auch an gegen seinen Zweifel, gegen das schlechte Gewissen, gegen das unerwartete Angerührtsein, weil er statt auf die Entsorgungs-Masse auf einmal in ein menschliches Antlitz blickte.

Mit: Bernhard Schütz, Thomas Loibl

Carlos Eugenio López, geboren 1954 in Leon, ist in Spanien - obwohl er seit den 70er Jahren nicht mehr dort lebt - ein sehr renommierter Autor. Er hat bereits mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht und wurde mehrfach ausgezeichnet. 2000 erschien „Ahogados" in Spanien. Lopez lebt heute in London.