Die Affäre D'Aaubrey

von Rolf Schneider
Ton: Dietmar Hagen
Regie: Walter Niklaus
Produktion: MDR/RBB 2004
55'

1676. - Paris wird von einer Epidemie der Giftmorde heimgesucht: Eifersüchtige entledigen sich der Nebenbuhler, Gattinnen des Gatten, und mit dem „poudre des succession“ werden sich Erbschaften verschafft. Verdächtige und Verleumdete landen in der Bastille. Fehlurteile und Justizmorde sind an der Tagesordnung. Auch die d’Aubrey werden in eine Giftaffäre verwickelt: Drei männliche Mitglieder der Familie erleiden einen mysteriösen Tod. Desgrais, ein junger, aufstrebender Gefreiter der Pariser Polizei, widmet sich, gegen den Befehl seines Vorgesetzten, der Aufklärung dieses Falles in den höchsten Adelskreisen. Dabei stößt er auf die Leiche eines Alchimisten. Stammt das spurlos tötende Gift, das ganz Paris in Schrecken versetzt, aus den Phiolen seines Laboratoriums? Und wie kam die schöne Marie de Brinvillier, geborene d’Aubrey, an diese? Da es nicht länger verborgenen bleiben kann, dass - selbst in nächster Nähe der geheiligten Person des Königs - immer unverschämter mit Gift hantiert wird, beschließt die Justiz, ein abschreckendes Exempel zu statuieren. Desgrais kommt zum Zuge; eine List führt ihn zum Erfolg. Marie wird des Mordes an ihrem Vater und ihren Brüdern angeklagt. Sie endet auf dem Schafott, doch geht sie Desgrais nicht aus dem Sinn: Die Giftmorde im Frankreich des Sonnenkönigs gehen weiter.

Rolf Schneider, geb. 1932 in Chemnitz, Studium der Germanistik; von 1955 bis 58 leitender Chefredakteur der kulturpolitischen Zeitschrift „Aufbau“ in Berlin; seit 1958 freier Schriftsteller; gehörte zu den Unterzeichnungen der Protestresolution gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns (76); 1979 Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR; 79 Theaterregisseur u. Dramaturg für Schauspielhäuser in Mainz u. Nürnberg, 1989 Wiederaufnahme in den DDR-Schriftstellerverband. Romane (Auswahl): „Die Tage in W.“ 1965. „Der Tod des Nibelungen“, 1970. „Die Reise nach Jaroslaw“, 1975. „Das Glück“, 1976. „November“ „Frühling im Herbst. Notizen vom Untergang der DDR“ (1991) und „Volk ohne Trauer“ 1992. S. schrieb auch Bühnenwerke, Fernsehfilme und zahreiche Hörspiele, u. a.: “Das Gefängnis von Pont-L’éveque“, DS 56. „Der König und sein Dieb“, DS 58. „Zwielicht“, BR (Hörspielpreis der Kriegsblinden1966). „Enten zählen“, SDR 75. „Bewerbungen“, SFB 83. „Blutmontag“, MDR 92. “Ahornstraße 12“, MDR 94. „Montezumas Krone“, MDR 96.