Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord

von Alfred Döblin
Musik: Hans Koch
Bearbeitung und Regie: Charles Benoit
Darsteller: Rebecca Klingenberg, Bettina Hoppe
Produktion: Schweizer Radio DRS 2007
Länge: ca. 54'

1923 kam es in Berlin zu einem viel diskutierten Prozess: Eine junge Frau vergiftete ihren Ehemann, weil sie seine Brutalitäten nicht mehr ertrug und er ihrer lesbischen Verbindung zu ihrer Freundin im Wege stand.

Alfred Döblin verarbeitete seine Prozessnotizen zu einer dokumentarischen Erzählung, in der er die Vorgeschichte des Mordes aufzeichnet. Er beschreibt den Ehekrieg zweier Menschen, die nicht zusammenpassen, voneinander enttäuscht sind und sich schließlich zerstören. "Die Schwierigkeiten des Falles wollte ich zeigen, den Eindruck verwischen, als verstünde man alles oder das meiste an solchem massiven Stück Leben."

Alfred Döblin (1878-1957), deutscher Arzt und Schriftsteller.
Der internationale Durchbruch gelang ihm 1929 mit dem Roman "Berlin Alexanderplatz", dem ersten wirklichen Großstadtroman der deutschen Literatur.