Bericht über die Pest in London, erstattet von Bürgern der Stadt, die im Jahre 1665, zwischen Mai und November, daran zugrunde gingen

von Thea Dorn
Regie: Heinz von Cramer
Produktion: NDR/SWF/SFB/SR 1968
Länge: ca. 55’

Ein Mann bricht tot unter einem Haustor zusammen. Ein Anderer, der die Zeichen getragen haben soll, stürzt sich aus einem Fenster. Unbegründete Gerüchte, behauptet der Magistrat von London, die Stadt ist gesund. Doch die roten Kreuze an den Türen nehmen zu, auch wenn in den Totenlisten das Wort Pest nicht auftaucht. Bald ziehen König Karl der Zweite, sein Hofstaat, die Parlamente, die Bischöfe und Gerichte, die Gelehrten und Poeten, die Hautevolee der reichen Bürger und die Börse geschlossen aus London ab. Nicht aus Angst, sondern um ihr kostbares Leben, ihren Geist und ihr Wissen dem Volk zu erhalten, das sie seinem Schicksal überlassen

Die "Große Pest von London" forderte 1665/66 in Südengland 100.000 Todesopfer, davon 70.000 im überbevölkerten Wohn- und Geschäftsviertel Londons. Gert Hofmann lässt hier die Gesellschaft einer ganzen Stadt sprechen, den König und die Bettler, die Besitzenden und die Elenden.

Mit: Gerhard Friedrich, Hans Ulrich, Michael Harck, Gerda Schöneich, Karl-Heinz König u.a.

Gert Hofmann (1932-93), Studium der Romanistik, Germanistik, Slawistik, Anglistik, Politikwissenschaft. Schriftsteller. Novellen, Erzählungen, Theaterstücke, Romane, u.a. Die Fistelstimme (1980, Ingeborg-Bachmann-Preis). Zahlreiche Hörspiele u.a. Die Beiden aus Verona (BR 1960), Die Brautschau des Dichters Robert Walser im Hof der Anstaltswäscherei von Bellelay, Kanton Bern (NDR 1982, Hörspielpreis der Kriegsblinden).