Der Biberpelz

von Gerhart Hauptmann

Regie: Wilhelm Semmelroth
Produktion: NWDR 1952
Länge: 98'

Die 1893 in Berlin uraufgeführte "Diebeskomödie", wie der Untertitel lautet, gehört zu den wenigen zeitlosen deutschen Charakterkomödien, obwohl sie als Zeitsatire konzipiert war. Im Mittelpunkt steht die Waschfrau Wolff, verheiratet mit dem Pantoffelhelden Julius, Mutter zweier halbwüchsiger Töchter. Die um ihre Familie besorgte "Mutter Wolffen"" ist fleißig, energisch, schlau, schlagfertig - und eine Gelegenheitsdiebin. Aber sie "maust"" nur dort, wo sie niemand wesentlich ärmer macht. Zum Beispiel bei dem wohlhabenden Rentier Krüger, dem sie einen neuen Biberpelz stiehlt, um einen Teil der Schulden, die auf ihrem Haus lasten, loszuwerden. Den Diebstahl aufklären soll der bornierte Amtsvorsteher von Wehrhahn. Doch er kümmert sich nur der Form halber darum. Erstens hält er den Bestohlenen für einen königsfeindlichen Querulanten, und zweitens macht er lieber, unterstützt von Denunzianten, Jagd auf solch dunkle Existenzen wie Liberale und Demokraten.

Mit: Berta Drews, Erich Dunskus, Haide Lorenz u.a.

Gerhart Hauptmann, geboren am 15. November 1862 in Ober-Salzbrunn/Schlesien, war der bedeutendste Vertreter des deutschen Naturalismus. Nach wechselvollen Lehr- und Wanderjahren, in denen er ein Literatur- und Philosophiestudium abbrach und sich erfolglos als Maler und Bildhauer versuchte, zog er 1889 mit seiner Frau und seinen Söhnen nach Berlin-Charlottenburg, wo er sich dem Theater widmete. 1887 war bereits seine "novellistische Studie"" mit dem Titel "Bahn-wärter Thiel"" erschienen. Zu seinen bekanntesten sozialkritischen Dramen gehören "Vor Sonnenaufgang"" (1889) und "Die Weber"" (1892). 1912 wurde Hauptmann der Literatur-Nobelpreis verliehen. Er starb 1946 im schlesischen Agnieszków.