Die Bibliothek des Attentäters

von Franz Maria Sonner
Komposition: Wolfgang Neumann
Regie: Martina Boette-Sonner
BR 2004
70'

Warum der Journalist Jakob Amon so zurückgezogen lebt, wissen auch die Menschen nicht, die mit ihm zu tun haben. Bei Konrad Bärloch, dem ehemaligen Leiter einer Antiterrorismuskommission, hat die Isolation einen Grund. Er lebt nach seiner Entlassung aus Sicherheitsgründen in einer Bundeswehrkaserne. Doch immer noch sammelt er manisch alle Informationen über die RAF. Wie Amon auch. Als 1998 die RAF ihre Auflösung erklärt, haben Amon und Bärloch ähnliche Gefühle: Eine Epoche ist zu Ende, und für beide ist das vielleicht die Möglichkeit, ihrem Leben noch einmal eine andere Wendung zu geben. Gäbe es nicht einen ungeklärten Fall, der inzwischen über zwanzig Jahre zurückliegt und der aus dem Schema der üblichen Terroranschläge herausfällt: das Attentat auf den Industriellen Karmann. Als Hauptkommissar Brill, der frühere Assistent Bärlochs, auf eigene Faust die Ermittlungen wieder aufnimmt, geschieht ein zweiter Mord.

Ein subtiles Hörspiel, in dem der Attentäter und sein Verfolger in gefährliche Nähe zueinander geraten. Martina Boette-Sonners Inszenierung verbindet die dichte, temporeiche Krimihandlung mit einer Reflexion über Gewissen und Gewalt.

Mit Stefan Hunstein, Günther-Maria Halmer, Hans Korte, Axel Milberg, Janos Gönczöl, Marion Breckwoldt, Ulrike Kriener, Michael Habeck, Paul Herwig u.v.a.

Franz-Maria Sonner, geb. 1953, lebt in München. Schriftsteller. Romane, Erzählungen, Hörspiele und Bearbeitungen, u.a. 'Der Galgenvogel' (mit Stefan Richwien, BR 1988).