Billy - Brüllende Tage

von Fabien Cloutier
Aus dem kanadischen Französisch von Frank Weigand

Regie: Thomas Wolfertz
Produktion: SR 2013
Länge: 61'

Minus 27 Grad, es schneit wie verrückt, aber Billys Eltern lassen ihren kleinen Sohn allein im Auto zurück, um im Fastfood-Restaurant zu frühstücken. Billy und Alice besuchen denselben Kindergarten, schon länger hält Alices Mutter den kleinen Billy für vernachlässigt, heute wird sie sich den Vater endlich vorknöpfen. Sie ist nicht die Einzige. Eine Verwaltungsangestellte hat vor Monaten ein schwarzes Brett bestellt, und zwar bei Billys Vater. Voller Zorn ruft sie ihn an, nicht nur, dass sie immer noch kein Brett erhalten hat, überall herrsche nur noch Missmanagement und Leistungsmissbrauch. Aber auch Billys Vater fühlt sich ungerecht behandelt.

Drei Menschen, eintrotz Überforderung bemüht, im Alltagsstress den Überblick zu behalten, und doch: Statt sich gegen den zunehmenden Zerfall der Gesellschaft zu solidarisieren, richten sie ihre Wut und Verzweiflung in Worten gegeneinander. Wenn sie dann handeln, hat es fatale Folgen.

Mit: Martin Engler, Linda Olsansky und Nele Rosetz

Fabien Cloutier, geboren in Sainte-Marie de Beauce/Québec (Kanada), schloss 2001 ein Schauspielstudium am Conservatoire d'art dramatique de Québec ab, seitdem tätig als Schauspieler, Humorist, Theater- und Radioautor (regelmäßige Chronik bei Radio Canada über Sprichwörter). Für "Billy" erhielt Cloutier 2011 den Prix Gratien-Gélinas, war für den Prix du Gouverneur Géneral nominiert und wurde 2012 beim Stückewettbewerb "Neue Dramatik aus Kanada" der kanadischen Botschaft ausgewählt.