Blut auf dem Esszimmerboden

von Gertrude Stein
Aus dem Englischen von Renate Stendhal
Hörspielbearbeitung und Regie: Franziska Hirsbrunner und Barbara Liebster
Produktion Schweizer Radio DRS2 1990
71'

"Mutter der Moderne" wurde sie genannt, die amerikanische Schriftstellerin und Mäzenin Gertrude Stein, massgebliche Förderin von Schriftstellern wie Ernest Hemingway, John Dos Passos und F. Scott Fitzgerald und Malern wie Pablo Picasso, Henri Matisse und Georges Braque. Ihr Salon an der Pariser Rue de Fleurus war einer der produktivsten kulturellen Umschlagplätze aller Zeiten und ihr revolutionärer Prosastil, der durch Monotonie und Wortwiederholungen fließende Rhythmen schafft, die den Fluß des Lebens vergegenwärtigen sollen, hatte starken Einfluß auf die junge Künstlergeneration.
"Blood on the Dining-Room-Floor", Gertrude Steins erster und einziger Kriminalroman, ist die Antwort auf die unheimlichen Dinge jenes Sommers 1933, den Gertrude Stein wie jedes Jahr in ihrem Landhaus im Südosten Frankreichs, in Bilignin, verbrachte: Als sich ihr nach 40jährigem Schreibfluss mit dem ersten grossen Erfolg der "Autobiographie von Alice B. Toklas" die Worte versagten. Als im benachbarten Städtchen Belley im "Pernollet", einem Drei-Sterne-Hotel, die Frau des Hoteliers tot aufgefunden wurde. Als Dienstboten kamen und gingen. Als eines Morgens Steins Auto nicht ansprang, weil jemand die Zündkerzen beschädigt hatte. Als eines Tages das Telefon nicht ging, weil jemand einen kleinen Draht herausgerissen hatte...

Mit Hanna Burgwitz als Gertrude Stein, Angelica Arndts als Alice B. Toklas und Renate Schroeter, Michaela Steiger, Maja Stolle, Nikola Weisse

Gertrude Stein, geboren 1874 in Alleghany, Pennsylvania, studierte 1893 bis 1900 in Baltimore Philosophie bei William James, brach ihr anschliessendes Medizin- und Psychologiestudium ab und ging nach Europa. 1903 liess sie sich in Paris nieder, wo sie mit wenigen Unterbrechungen bis zu ihrem Tod 1946 lebte.