Der Brief

von William Somerset Maugham
Aus dem Englischen von William Frank und Ann Mottier
Hörspielbearbeitung: Leo Braune
Regie: Klaus Gmeiner
ORF 1992
55'

Wie die meisten Erzählungen und Dramen von Somerset Maugham spielt »Der Brief« in den ehemaligen englischen Kolonien Ost- und Südostasiens. Leslie Crosby, die mit ihrem Mann in der Nähe von Singapur auf einer Plantage lebt, hat Hammond, einen benachbarten Pflanzer, erschossen. Ihrer Version zur Folge war es Notwehr, und alle glauben ihrer Schilderung einer drohenden Vergewaltigung, ihr Ehemann, ihr Anwalt, die ganze kleine englische Gesellschaft. Zumal bekannt wird, dass Hammond mit einer Chinesin liiert war, ein gesellschaftlicher Fauxpas, der einiges über seinen zweifelhaften Charakter zu verraten scheint. Dann plötzlich taucht ein Brief auf, mit dem Mrs. Crosby am Tag der Tat ihren Nachbarn zu sich bittet und zwar in einem Ton, der auf ein offenbar schon länger andauerndes Liebesverhältnis schließen lässt. Das könnte den Tathergang in ein vollkommen neues und für Mrs. Crosby wenig vorteilhaftes Licht tauchen – vorausgesetzt dieser Brief wird öffentlich und kann vor Gericht zitiert werden. Mrs. Crosby hofft, das Vermögen ihres Mannes werde ausreichen, sie davor zu bewahren.

Mit Karl Michael Vogler, Hubert Berger, Christine Ostermayer u.a.

William Somerset Maugham (1874 - 1965) studierte Medizin in Heidelberg und London, unternahm zahlreiche Reisen, vor allem nach Asien und war einer der produktivsten und meistgelesenen Kurzgeschichtenautoren seiner Zeit.