Bunker

von Tom Noga

Regie: Thomas Leutzbach
Produktion: WDR 2010
Länge: 53'

Bunker Spreckels war ein Innovator des Surfens, ein radikaler Stylist. Er ritt meterhohe Wellen im Stile eines Kung-Fu-Kämpfers: wild, giftig, angriffslustig. Auf Brettern, die so kurz und wacklig waren, dass jede Surfsession zum Tanz auf der Rasierklinge wurde. Und er war "The Player", ein Millionenerbe und der Stiefsohn von Schauspieler Clark Gable. Er zog mit seiner Entourage um die Welt, als freakige Inkarnation des neureichen, geschmacklosen und kulturfernen Amerikaners, und ließ seine dekadenten Eskapaden von Underground-Regisseuren filmen. Ein Skript gab es nicht, nur Bunkers Launen und Kapriolen. Er war der Spieler, der alle anderen wie Schachfiguren hin und her schob. Der Film wurde nie fertig gestellt, denn für sein Leben auf der Überholspur zahlte Bunker Spreckels den ultimativen Preis: Im Januar 1977 erlag er einem Herzinfarkt. Mit 27 Jahren.

Tom Noga lebt in Köln und am Ammersee. Er schreibt für Zeitungen und Zeitschriften und produziert Features und Hörspiele. Seine Arbeiten wurden zweimal mit dem Hörfunkpreis der rias-Berlin-Kommission ausgezeichnet. Zuletzt schrieb er für den WDR "Escobar - Aufstieg und Fall des King of Coke".