Carvalho und der Mord im Zentralkomitee

von Manuel Vázquez Montalbán
Übersetzung aus dem Spanischen: Bernhard Straub
Bearbeitung: Dieter Hirschberg
Regie: Peter Michel Ladiges
Südwestfunk 1988
55', 55

Der Generalsekretär der spanischen KP ist erstochen worden, mitten in einer Partei-Sitzung, in der plötzlich das Licht ausging. Das ganze Land, das sich gerade erst vom Franco-Regime erholt, ist in Aufruhr. Ist die junge Demokratie gefährdet, droht gar ein Bürgerkrieg? Vorsichtshalber schickt Privatdetektiv und Feinschmecker Pepe Carvalho sein Faktotum Biscuter los, um ausreichend Vorräte anzulegen. Als Attentäter kommt nur einer der Sitzungsteilnehmer in Frage. Und so bitten die Partei-Funktionäre den ehemaligen Genossen Carvalho in die Landeshauptstadt, um den heiklen Mord diskret aufzuklären. Schweren Herzens nimmt Pepe Abschied von Barcelona und stellt sich auf das Schlimmste ein: in Madrid essen zu müssen.

Manuel Vázquez Montalbán (1939-2003) war Schriftsteller, Essayist, Kochbuchautor und Politik-Journalist. Unter dem Einfluss der Franco-Diktatur kreierte er 1972 sein literarisches Alter Ego: den Privatdetektiv José “Pepe” Carvalho aus Barcelona. Wie sein geistiger Vater war auch Carvalho Mitglied der Kommunistischen Partei, danach zeitweise Mitarbeiter der CIA, leidenschaftlicher Gourmet und Koch: “Für mich ist die Kochkunst eine Metapher für Kultur überhaupt. Essen bedeutet, ein lebendes Wesen zu töten und zu verzehren. Wenn man das getötete Tier oder den ausgerissenen Salat direkt verzehrte, würde man als Barbar beschimpft. Wenn man das Tier aber einlegt, um es dann mit Kräutern der Provence und einem Glas Weines zu kochen, dann ist dies eine kulturelle Leistung.” (Vázquez Montalbán)