Choco Bé

von Laura Tirandaz
Aus dem Französichen von Frank Weigand

Regie: Martin Zylka
Produktion: SR/DKultur 2015
Länge: 75'

Saint-Laurent du Maroni, Französisch Guyana. Choco Bé hat das Rotlichtviertel hinter sich gelassen, in dem er aufgewachsen ist. Er versucht, seinen Platz zu finden als Vater, Ehemann und Geliebter, Sohn und Bruder. Doch Choco fühlt sich zunehmend einsam, ruhelos, getrieben von all den familiären und gesellschaftlichen Ansprüchen. Zudem wird bald der Mann aus dem Gefängnis entlassen, der auf ihn geschossen hat. Diese Kugel quält nicht nur Choco Bé. Wird mit dem Regen die Rache kommen?

Wie funktioniert ein Land, das bis heute geprägt ist vom Kolonialismus, in dem auch die Natur, der Dschungel, das heiße, feuchte Klima das Leben bestimmen. Was bedeutet es, je nach Herkunft und Hautfarbe, ein Mann zu sein, eine Frau? Wird man zum Verräter, wenn man für die Nachfahren der Kolonialherren arbeitet?

Mit: Hans Loew, Ulrike Krumbiegel, Christian Redl, u.a

Laura Tirandaz, geboren 1982, stammt aus Frz. Guyana. Nach ihrer Schauspiel-Ausbildung am Konservatorium von Grenoble gründe- te sie ihre eigene Theaterkompanie „Variations“. Außerdem Aus- bildung als Dramatikerin an der traditionsreichen Schule ENSATT in Lyon. Für „Choco Bé“ erhielt sie 2011 ein Schreibstipendium des Centre national du Théâtre, 2012 wurde „Choco Bé“ von France Culture gesendet und im Auftrag des SR ins Deutsche übersetzt.