Don Quijote von der Mancha

von Miguel de Cervantes
Aus dem Spanischen von Susanne Lange

Bearbeitung, Komposition, Regie: Klaus Buhlert
Produktion: DLF/HR 2010

Alonso Quijano, ein kleiner Landadliger, begeistert sich dermaßen für Ritterbücher, dass er beschließt, selbst ein tapferer Ritter zu werden, Abenteuer zu bestehen, gegen Unrecht zu kämpfen und die Schwachen zu beschützen.

Er nennt sich fortan Don Quijote, seinen alten Klepper Rosinante, ein Bauernmädchen Dulcinea del Tuboso, die Gebieterin seines Herzens. Die ganze Welt erscheint ihm im verzauberten Licht seines Spleens. Eine ordinäre Schenke wird zur Ritterburg, aus frivolen Dirnen werden Edelfräuleins, im Wirt sieht er einen tapferen Ritter, der ihm selbst den Ritterschlag versetzen muss. Todesmutig legt er sich mit vermeintlichen Zauberern und Schurken an, zuletzt wird er von Viehtreibern fürchterlich verprügelt. Ein gutmütiger Bauer bringt ihn wieder zurück in sein Dorf.

Der Barbier und der Pfarrer veranstalten in Don Quijotes Haus ein Autodafé, dem nahezu alle Ritterromane zum Opfer fallen. Doch der eingebildete Ritter wird keinesfalls geheilt.

Im Gegenteil: Er erwählt sich den Bauern Sancho Panza zu seinem Schildknappen. Der lange dünne Ritter von der traurigen Gestalt auf seinem alten Klepper und der kleine dicke Sancho auf seinem Esel bestehen zusammen unsterbliche Abenteuer: Don Quijote kämpft gegen die Windmühlen, die ihm als Riesen erscheinen, besteht einen Kampf mit einigen Schläuchen roten Weines und vieles andere mehr. Immer erleidet der tapfere Ritter allerlei Unbill, Prügel und Spott … und Sancho Panza, dem sein Herr für treue Dienste ein Eiland versprochen hat, steht ihm wacker zur Seite. Wiederum sind es am Ende der Barbier und der Dorfpfarrer, die den Don Quijote überlisten und im Käfig auf einem Ochsenkarren in seine Heimat zurückbringen.

Nach misslungenen Geschäften landete Miguel de Cervantes wiederholt in Schuldhaft, während der er an seinem großen Roman "Don Quijote" zu schreiben begann. 1605 veröffentlichte er den ersten Band.

Mit: Rufus Beck, Thomas Thieme und Anna Thalbach

Biografie des Autors: Er wurde 1547 bei Madrid als viertes Kind einer verarmten Adelsfamilie (Hidalgo) geboren. Er studierte Theologie, verpflichtete sich mit 22 Jahren als Soldat im spanischen Heer und nahm an der Seeschlacht von Lepanto (1571) gegen die Türken teil. Er trug eine schwere Verwundung an der linken Hand davon, die ihm den Namen "el manco" (der Einarmige) einbrachte. Bei einem weiteren Kriegszug wurde er zusammen mit seinem Bruder 1575 auf der Rückreise nach Spanien von Piraten gefangengenommen und nach Algerien verschleppt. Wiederholt versuchte er aus der grausamen Gefangenschaft zu fliehen, kam aber erst nach fünf Jahren durch die Vermittlung des Trinitarierordens frei und kehrte völlig mittellos nach Spanien zurück. Sein Wunsch, als Dichter leben zu können, erfüllte sich nicht und so verdingte er sich von 1580 - 1583 wieder als Soldat, u.a. bei dem König von Portugal. Später wurde er Agent, Kaufmann und erhielt schließlich in Sevilla einen Beamtenposten. Nach misslungenen Geschäften landete er wiederholt in Schuldhaft, während der er an seinem großen Roman "Don Quijote" zu schreiben begann. 1605 veröffentlichte er den ersten Band, mit dem er schnell berühmt wurde, allerdings nur für kurze Zeit auch wohlhabend. Ein Jahr nach Veröffentlichung seines zweiten Bandes starb Cervantes 1616 vereinsamt und verarmt in Madrid.