Dr. Murkes gesammeltes Schweigen

von Heinrich Böll

Regie: Hermann Naber
Komposition: Rolf Hans Müller
Produktion: SWF 1986
Länge: 51'

Alltag im Funkhaus. Dr. Murke, Redakteur der Abteilung Kulturelles Wort, plagt sich mit einer wenig attraktiven Aufgabe: Den wortgewaltigen Essayisten Professor Bur-Malottke reut es, dass er in seinen Nachkriegsvorträgen Gott so eindeutig beim Namen genannt hat. Deshalb muss Murke das Wort "Gott" aus alten Sendebändern, die wiederholt werden sollen, herausschneiden und dafür die unverbindlichere Formel "jenes höhere Wesen, das wir verehren" einkleben. Das überflüssig gewordene Wort "Gott" findet prompt in einem Hörspiel Verwendung, an Stellen, wo ursprünglich Schweigen vorgesehen war. Aber Schweigen ist nun mal im Rundfunk nicht so gefragt. Nur der Herr Dr. Murke vom Kulturellen Wort, der hat für das Schweigen so seine ganz eigene Verwendung.

Heinrich Böll, geboren 1917 in Köln, gehörte zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern der Nachkriegs- zeit. Böll erhielt 1967 den Georg-Büchner-Preis und 1972 den Nobelpreis für Literatur. Heinrich Böll verstarb vor 25 Jahren, am 16. Juli 1985.