Eine Art Engel

von Laurence Demonio
aus dem Französischen von Karin Ayche
Bearbeitung und Regie: Norbert Schaeffer
Produktion: WDR 2001
ca. 54'

An einem kalten Vorweihnachtsabend findet die Argentinierin Maria Concepcion auf einer Baustelle einen schwerverletzten und wunderschönen jungen Mann; sie nimmt ihn mit nach Hause und pflegt ihn gesund. Der Junge spricht kaum, Maria erzählt ihm ihr Leben. Dann, nach mehreren Wochen, ist der Junge verschwunden - viel später werden sich die beiden wiedersehen.
Der unbekannte Schöne ist Ange, "Lieblingssohn" und potentieller Erbe von Weiss, der sich als Drogenhändler und Zuhälter ein unterweltliches Imperium aufgebaut hat. Ange (d.h. "Engel") geriet mit sechzehn Jahren in die Fänge von Weiss. Nun ist Ange ausgebrochen - und will versuchen, seine Freundin Dara, genannt Soledad, ebenfalls zu befreien. Außerdem hat Ange vor, sich für einen fürchterlichen Verrat zu rächen, den Weiss an ihm und Soledad verübt hat. Doch Weiss ist seinem "Lieblingskind" auf den Spuren - und stellt ihn schließlich vor eine scheinbar unmögliche Wahl ...
Der Krimi "Eine Art Engel" glänzt durch seine Vielschichtigkeit: einerseits führt Laurence Demonio die Hörer in die abgebrühte, bedrückende Welt von Kinderprostitution und Drogenhandel, andererseits erzählt sie die märchenhafte Geschichte eines jungen Mannes, der seine Geliebte aus den Fängen des Bösen befreien will. Dazu präsentiert das Stück eine unkonventionelle Liebesgeschichte: Eine Art Engel nämlich liebt drei Frauen und wird von drei Frauen geliebt - so sehr, dass sie für ihn ihr Leben lassen würden.

Laurence Demonio wurde 1960 geboren; sie ist Anwältin und lebt in Paris. Für "Eine Art Engel", ihren Debütroman, erhielt sie den Prix de Goya.