Ein guter Mensch

von Fanny Britt

Regie: Steffen Moratz
Produktion: SR 2016
Länge: ca. 70'

Gilles Jean arbeitet in einer der großen Anwaltskanzleien von Montréal, der Enddreißiger ist Single, reich und weit entfernt davon, ein guter Mensch zu sein, findet er. Davon trenne ihn eine Autobahn, die er überqueren müsste, um den Obstgarten mit dem Apfelbaum der Güte zu erreichen. Aber leider ist der Verkehr zu stark, hat er keine Zeit zu warten, und Äpfel kann er sich ebenso gut kaufen.

Da stürzt der Sohn seines Jugendfreundes Bruno vom Baum ins Koma, denn der Krankenwagen braucht eine Dreiviertelstunde. Bruno und seine Frau beschließen, das private Ambulanz-Unternehmen zu verklagen. Das Unternehmen lässt sich durch die Kanzlei vertreten, für die Gilles arbeitet, nicht nur das, Gilles selbst soll den Fall betreuen. Er gerät in einen Gewissenskonflikt.

Fanny Britt stammt aus der kleinen Stadt Amos in Québec, wuchs aber in Montréal auf. Sie besuchte die École Nationale de Théâtre du Canada, übersetzte aus dem Englischen (u.a. Neil LaBute) und schreibt selbst fürs Theater. 2003 wurde „Honey Pie“ uraufgeführt, ihr erstes von 10 Stücken, 2012 dann „Bienveillance“ / „Ein guter Mensch“, das im Auftrag des SR ins Deutsche übersetzt wurde. Auf Deutsch außerdem (gemeinsam mit I. Arsenault) das Kinderbuch „Jane, der Fuchs und ich“.