Emilia Galotti

von Gotthold Ephraim Lessing

Mit Fritzi Haberlandt, Hans-Michael Rehberg, Hille Darjes, Max von Pufendorf, Thomas Dannemann, Michael Tregor u.v.a.
Komposition: Henrik Albrecht
Bearbeitung und Regie: Leonhard Koppelmann
79‘28
SWR 2006

Die Kritik Lessings richtet sich gegen den Absolutismus seiner Zeit. Das ist Vergangenheit. Aber die Strukturen von Macht sind zeitlos. Deshalb bleibt sein Trauerspiel von 1772 beispielhaft: In der Macht liegt das Verderben. Der Mächtige ist Prinz von Guastalla, der seiner Geliebten, Gräfin Orsini, überdrüssig ist und sich in Emilia Galotti verguckt hat. Er will Emilia, obwohl er von ihrer bevorstehenden Verlobung weiß. Er beauftragt seinen Kammerherrn Marinelli, ihm Emilia zuzuführen. Der skrupellose Marinelli schreckt vor nichts zurück – Emilias Verlobter wird bei einem Überfall getötet. Aus Eifersucht verrät die Gräfin Orsini Emilias Vater die schmutzigen Machenschaften und steckt ihm einen Dolch zu. Und Emilia? Sie hat Angst vor ihrer eigenen Verführbarkeit und bittet um den Tod.

Gotthold Ephraim Lessing (1729-81), deutscher Schriftsteller und Literaturtheoretiker. Führender Vertreter der deutschen Aufklärung. Werke u.a. "Laokoon" (1766), "Hamburgische Dramaturgie" (1767-69). Hörspieladaptionen u.a. "Nathan der Weise" (BR 1955), "Minna von Barnhelm" (BR 1956), "Philotas" (WDR 1979), "Die Juden" (RB 1979).