Das Ende des Schlittenbaus

von Hubert Wiedfeld
Regie Norbert Schaeffer
Musik Niels Frédéric Hoffmann
Mit Peter Fricke, Donata Höffer, Anke Tegtmeyer, Dieter Prochnow, Hans-Joachim Krietsch, Wolfgang Forester u.v.a.
Produktion RB/DLF/WDR 1987
87 Min.

Das Genre der klassischen Detektivgeschichte wird in einem prächtigen Brüssel um 1830 auf surrealistische Weise an ein Ende geführt: Wir folgen einem Detektiv, der die Morde aufklärt, indem er sie selbst begeht. Sein Name: Leo Raat, dessen Anagramm als "aleator", der Spieler, gelesen werden kann. Als eleganter Flaneur führt er seine Schildkröte an einer rosa Leine durch die Galerien der Stadt und hat so die nötige Muße, alles genau beobachten zu können. Er ist Jäger und Opfer einer amourösen Besessenheit. Viermal meuchelt er, immer nur auf großen Treppen, die herab es sich grandios schreiten lässt. Sein Opfer ist Isabelle Ducasse, die in einem Luxusbordell aufgewachsene Schöne. Die Morde aber verpuffen: er ist auf eine unsterbliche Künstlerin gestoßen! Leos letzter Anschlag aber gelingt. Die Sängerin Isabelle wird auf einer Schallplatte in die Ewigkeit befördert. Die höchste Kunst des Mordens ist die Kunst.

Hubert Wiedfeld, 1937 in Braunschweig geboren, studierte Psychologie und Germanistik und schreibt beinahe vierzig Jahre fast ausschließlich fürs Radio. Zuletzt sendete der hr "Canal du Midi". Wiedfeld lebt heute in Hamburg.