Das Ende vom Geld

Ein Todesexperiment

von Urs Widmer

Regie: Ulrich Lampen
Bearbeitung: Ulrich Lampen
Produktion: HR 2011
Länge: 55'

Urs Widmers Stück führt auf den Gipfel der Schweizer Berg- und internationalen Finanzwelt, nach Davos. Die Verhandlungen sind abgeschlossen, die Taxen, Hubschrauber und Flugzeuge warten, als das Funknetz zusammenbricht, die Akkus sich leeren und die Chauffeure ausbleiben. Die Teilnehmer des Weltwirtschaftsgipfels sind eingeschneit und mit ihnen liegt ein Kapital von 812 Milliarden Euro auf Eis. Nun ist guter Rat wirklich teuer.

Man tauscht sich aus in diesen Stunden erst genervten, dann bangen Wartens. Über Hedgefonds, Headquarters und Handelsbeziehungen, über Steuersatz und Steuersünder-CD. Wer ist der Agilste auf dem Markt, wer pokert am höchsten? Im absurden Wettstreit geraten die Eingeschneiten immer tiefer in einen Strudel aus Rechtfertigungen und Selbstbezichtigungen. Es dauert nicht lange und der Wahnsinn bricht sich Bahn. Ekstatisch, aber zugleich betäubt, fiebert man der drohenden finanziellen Apokalypse entgegen.

Mit: Urs Widmer, Christian Redl, Judith Rosmair u.a.

Urs Widmer (1938-2014), geboren in Basel, war bis 1968 Lektor bei Suhrkamp, seither freier Schriftsteller. Dozenturen und Preise. Zahlreiche Prosabände, Theaterstücke, Essays und Übersetzungen. Seine Hörspiele wurden u.a. mit dem Karl-Sczuka-Preis (gemeinsam mit Peter Zwetkoff, 1974) und dem Hörspielpreis der Kriegsblinden (1976) ausgezeichnet.