Engel von Bremen

von Carl Ceiss

Regie: Ulrich Lampen
Produktion: RB/SR 2009
Länge: 70'

Gesche Gottfried, in die Geschichte eingegangen als der "Engel von Bremen", erzählt ihren eigenen Fall, der auf historischen Ereignissen aus dem frühen 19. Jahrhundert beruht: Sie verteilt an Bedürftige milde Gaben, pflegt ihre kranken Angehörigen aufopferungsvoll, ist bei vielen sehr beliebt - einerseits. Andererseits: Nach sieben Jahren Ehe erkrankt zunächst plötzlich ihr Mann und stirbt. Danach folgt die ganze Familie in den Tod: ihre Eltern, ihre drei Kinder, der Bruder, der zweite Ehemann. Der Arzt Doktor Lucius ist ratlos und diagnostiziert stets eine Seuche. Später "trifft" es sogar ihre Freundinnen, Freunde, Verlobte und Nachbarn und viele weitere Menschen - sie alle erkranken in Gesche Gottfrieds Nähe und sterben. Erst als ihr rechtschaffener Vermieter, der Rademacher Rumpff, misstrauisch wird, endet die Seuche.

Als Todesengel landet sie im Gefängnis, die Anklage beschuldigt sie, 15 Menschen vorsätzlich mit "Mäusebutter" vergiftet zu haben. Hier schildert Gesche Gottfried ihre Motive für ihre Taten aus Lebensgier, Existenzangst und Menschenhass und davon, wie Töten für sie zur Sucht und die Sucht zur Freiheit mörderisch wird.

Mit: Ulrike Krumbiegel