Euroblues

von Michael Koser
Regie: Werner Klein
Produktion: BR 1990
53 Min.

Es war einmal eine Zeit, da gab es Privatdetektive. Harte Männer, gerecht, nie um eine Antwort und einen Ausweg verlegen. Aber in den ersten Jahren dieses Jahrtausends gibt es nur noch einen: Jonas. Er ist der letzte seiner Zunft. Nicht mehr ganz so hart, auch nicht immer gerecht, manchmal fällt ihm auch gar keine Antwort ein – und einen Ausweg muss er meist lange suchen, aber dafür ist er auch nicht allein: Sam, sein Begleiter, ist immer dabei. Sam ist der unentbehrliche, überprogrammierte und zuweilen recht geschwätzige Computer. Er kann alles. Außer Walzer tanzen. Und Kinder kriegen...

Babylon, Vereinigte Staaten von Europa: Der Alltag hat sie wieder. Jonas versucht Mama Macumba zu vergessen. Und Sam Samantha. Auch wenn ihre Chips Taubenaugen glichen, auch wenn ihre Schaltungen lieblicher denn Wein waren.
Von wegen Alltag: Judith ist tot! Judith Delgado. Jonas' Ex-Beziehung. Natürlich ist er betroffen. Sehr sogar. Außerdem ist er Judith noch etwas schuldig. Wegen des Falls "Eurodschungel". Und weil Judith ihn vor seinem Aufbruch in den Orient gebeten hatte, für sie tätig zu werden.
Judith ermordet, Politik und Intrigen in höchsten Sicherheitskreisen, Waffenschiebung, Geheimkontakte zwischen Sicherheitsorganen und Terroristen und Jonas, der einsame Stadtguerilla. Einsam? Nicht ganz. Er hat ja Sam...

Michael Koser, Jahrgang 1938, schreibt seit über 30 Jahren vor allem für das Radio und hat sich auf Kriminalhörspiel-Reihen konzentriert; es entstanden die Reihen "Die Denkmaschine" mit über 70 Abenteuern von Professor van Dusen und "Der letzte Detektiv" mit bislang 32 Folgen. 1973 erhielt er den Kurt-Magnus-Preis der ARD.