Fahrerflucht

von Alfred Andersch
Regie: Marcel Wall
Produktion: SWF 1957
60 Min.

Drei Menschen, ein Manager, ein Mädchen, ein Tankwart, werden in einen
Verkehrsunfall verwickelt, bei dem das junge Mädchen getötet wird: Der
Manager, an Lungenkrebs erkrankt, hat nur noch ein halbes Jahr zu
leben; er löst sich von allen Verpflichtungen, um den Rest seines Lebens
zu genießen. Auf der Flucht in diese Freiheit überfährt er ein Mädchen -
für ihn nichts als ein bedauerlicher, unangenehmer Zwischenfall. Das
Mädchen wiederum sah sich durch die Bekanntschaft mit einem jungen
Chinesen der Erfüllung ihrer sehnlichsten Wünsche nahe, als ihr Leben
ausgelöscht wurde. Der Tankwart wird nicht mit seinen Zweifeln fertig; er
hat dem flüchtigen Fahrer geholfen, als er noch nicht wußte, was
geschehen war, und er hat der fahndenden Polizeistreife gegenüber
geschwiegen - für hundert Mark und aus Angst.

In den drei parallelen Erzählungen wird offenbar, wie ein Autounfall die
Schicksale dreier Menschen so miteinander verschränkt, dass so etwas
wie eine Tragödie zustandekommt.

Alfred Andersch (1914-1980), Pionier der Nachkriegsliteratur, war 1948-58
Feature-Redakteur bei hr, NWDR und SDR, dann freier Schriftsteller. 15
Hörspiele.