Fantômas ist nicht zu fassen

Live-Hörspiel im Rahmen des WDR 5 Radiotag 2012

von Stefan Keim und Leonhard Koppelmann nach Motiven von Pierre Souvestre und Marcel Allain

Regie: Leonhard Koppelmann
Produktion: WDR 2012
Länge: 55'

Verbrecherjagd live im WDR-Funkhaus: Fantômas - so heißt der Urahn von Dr. Mabuse und all den Superschurken bei James Bond oder Batman und Konsorten. Fantômas ist aber auch Schablone unserer Ängste vor Superterroristen wie Carlos oder Osama bin Laden. 1911 entsteht er als literarisches Geschöpf zweier ehemaliger Rechtsanwälte, Pierre Souvestre und Marcel Allain, erst in Form eines Fortsetzungsromans, später in unzähligen Verfilmungen. Fantômas begeistert ein Massenpublikum und fasziniert und inspiriert eine breite Künstlerschaft. Als Gegenspieler steht ihm Inspektor Juve gegenüber, der nicht mit der Witzfigur gleichzusetzen ist, die Louis de Funès in den drei Verfilmungen aus den 1960er-Jahren spielt: Juve ist ein äußerst befähigter Polizist, und doch ist er Fantômas nicht gewachsen. Deshalb braucht er einen Helfer, den Journalisten Jérôme Fandor.

Mit: Martin Bross, Henning Nöhren, u.a.

Das erfolgreiche Autorenduo kam übrigens erst durch Vermittlung einer jungen Dame zusammen. Henriette Kistler traf in einem Vorortzug auf Allain und stellte den ähnlich Interessierten ihrem Liebhaber Souvestre vor - der Beginn einer kreativen Ménage à trois - jedenfalls im WDR5-Hörspiel: Aus der Terroristenjagd wird ein Vexierspiel der Identitäten, bei dem Fantômas, seine Autoren und ihre Geliebte zu einem unentwirrbaren Knäuel aus Paranoia und Fantasmagorie verschmelzen.