Frauenmörder Heinrich Pommerenke

Eine Spurensuche

von Johannes Weiß

Regie: Mark Ginzler
Komposition: Andreas Bernhard
Produktion: SWR 2013
Länge: 58'

Der Mann zieht die Notbremse und springt hinaus in die Dunkelheit. Er sucht und findet sein Opfer, das er stöhnen hört. Mit einem Messerstich in den Hals tötet er die junge Frau. Dann schleift er die Tote vom Bahndamm herunter und vergeht sich an ihr.

Es ist bereits der vierte der grausamen Frauenmorde, die Südwestdeutschland monatelang in Angst versetzen. Irgendwo lauert ein Serienkiller, hinter Büschen, auf einsamen Wegen, an Bahnuntergängen. Schließlich, am 19. Juni 1959, kommt der Polizei ein Zufall zu Hilfe. Der Kunde eines Schneiders im Schwarzwaldstädtchen Hornberg holt einen bestellten Anzug ab. Er wolle nur noch schnell zum Friseur, sagt der schmale, blonde Mann - und lässt seine Tasche zurück, die verdächtig schwer ist. Der Schneider findet darin ein abgesägtes Kleinkalibergewehr. Später hören die vernehmenden Beamten mit wachsendem Entsetzen das umfassende Geständnis des jungen Mannes. »Vor Ihnen sitzt kein Mensch, sondern der Teufel«, sagt er von sich selbst. Am 22. Oktober 1960 wird der 23-jährige vom Landgericht Freiburg zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt: wegen Mordes in vier Fällen, Mordversuchs in zwölf Fällen, wegen versuchter Notzucht und gefährlicher Körperverletzung, wegen schweren Raubes und räuberischer Erpressung.

49 Jahre saß der Frauenmörder Heinrich Pommerenke (1937-2008) in Bruchsal im Gefängnis - damit war er der damals am längsten inhaftierte Häftling in der Bundesrepublik Deutschland.

Mit: Mit Martin Rentzsch, Bernd Tauber, Lisbeth Felder, Boris Koneczny u.a.

Als Leiter der Religionsabteilung bei SDR und SWR hat sich der SWR2-Programmchef Johannes Weiß viele Jahre mit dem »Fall« beschäftigt und Pommerenke häufig besucht. In seinem Dokumentarspiel kommen Zeitzeugen, Betroffene und Sachverständige zu Wort.