Die Frau in den Dünen

von Kobo Abe
Nach dem gleichnamigen Roman von Kobo Abe
Aus dem Japanischen von Oscar Benl und Mieko Osaki

Regie: Kai Grehn
Produktion: NDR 2011
Länge: 69'

Ein Lehrer aus Tokio, der sich in seiner Freizeit als Insektensammler betätigt, begibt sich auf Exkursion in eine einsame Küstengegend. Er ist auf der Suche nach einem bisher nicht entdeckten Insekt, dem er seinen Namen geben kann. Er verpasst jedoch seinen Bus zurück in die Zivilisation und bittet die Bewohner eines nahen Dorfes um eine Schlafstätte. In der Nacht lassen sie ihn über eine Strickleiter zu einem Haus hinunter, das von einer allein lebenden Frau bewohnt wird. So wie die Hütte der Frau, liegen auch alle anderen Häuser in riesigen Dünensandlöchern, und die voneinander isolierten Dorfbewohner müssen jede Nacht den durch alle Ritzen dringenden Dünensand wegschaufeln. Sollte ein einziger dieser Aufgabe mehrere Tage hintereinander nicht nachkommen, löste das eine Kettenreaktion aus, die den Sandpegel in lebensbedrohliche Höhe treiben würde. Am nächsten Morgen muß der Mann feststellen, dass die Strickleiter zum Verlassen des Sandloches verschwunden ist, hinaufgezogen von den Dorfbewohnern, und was als Zufallsnacht für den Mann begonnen hat, wird zu seinem Schicksal.

Mit: Andreas Schmidt, Jule Böwe, Ulrich Voß, Hanns-Jörg Krumpholz, Aleksandar Radenkovic u.a.

Kobo Abe, geboren 1924 in Tokio und dort 1993 gestorben, gilt als der »japanische Kafka«. Abe studierte Medizin, arbeitete als Schriftsteller, Drehbuchautor und Theaterdirektor. Für seinen Roman »Die Frau in den Dünen« wurde er in Japan geehrt, die Verfilmung durch Hiroshi Teshigahara erhielt 1964 in Cannes den Spezialpreis der Jury und wurde als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert.