Friss und stirb trotzdem

von Raul Zelik
Regie: Petra Feldhoff
Produktion: WDR 2004
50'

Vor 10 Jahren, Ende September 1994, kam es in Berlin zu einem Aufsehen erregenden Prozess: Angeklagt waren Jugendliche aus der deutsch-türkischen Antifa-Szene. Ihnen wurde vorgeworfen, bei einem Überfall auf eine Versammlung der „Deutschen Liga für Volk und Heimat“ im Handgemenge den Funktionär Gerhardt Kaindl erstochen zu haben. Anderthalb Jahre hatte der Berliner Staatsschutz vergeblich in der Szene ermittelt, bevor es gelang, Tatbeteiligte zu stellen.
Raul Zelik hat den Fall fiktiv aufgearbeitet. Sein Real-Crime-Krimi liefert eine Version der Vorgänge aus Sicht der Jugendlichen: Er schildert, wie die spontane Aktion mit blutigen Folgen den Großstadtsommer einer Clique abrupt beendet, und einer der Tatverdächtigen, „Eddie“, Berlin verlassen und untertauchen muss.

Raul Zelik, geboren 1968, lebte zeitweilig in Südamerika, schreibt als Journalist u.a. für den „Freitag“, „Jungle World“ und die „taz“. Er veröffentlichte mehrere Sachbücher, Romane und Erzählbände, u.a. „Friss und stirb trotzdem“, „Grenzgängerbeatz“, „La Negra“, zuletzt „Bastard“ (2004)