Fünferlei Schweigen

von Shelagh Stephenson
Übersetzung aus dem Englischen: Monika Elwenspoek
Regie: Klaus Mehrländer
WDR 1998
55'

Die beiden Schwestern Janet und Susan haben ihren Vater Billy umgebracht und sich der Polizei gestellt. Die befragenden Psychologen sind ratlos: Das Motiv bleibt unscharf, die Schwestern sind verschlossen, geben kaum Auskunft. Aber bald drehen sich die Fragen nicht mehr um den direkten Anlass für den Mord, sondern um die Motive für ein widerstandsloses Leben in einem Gefängnis namens Familie. Es offenbart sich ein komplexes Beziehungsgeflecht aus Ängsten und Abhängigkeiten. Für Billy war seine Familie eine Insel im Sturm. Eine Insel, in der das oberste Gebot lautete: Niemals weinen, immer nur lächeln. Ein Gebot, das mit Gewalt durchgesetzt wurde. Das Psychogramm einer Familie, in der der Vater der ebenso despotische wie geliebte Mittelpunkt ist – und das über seinen Tod hinaus.

Mit Walter Renneisen, Ulrike Bliefert, Ellen Schulz, Nina Petri, Reinhard Schulat, Myriam Gurland, Patricia Harrison, Katharina Palm, Jürg Löw, Frank Riede, Renate Fuhrmann

Shelagh Stephenson geb. in Northumberland, studierte Drama in Manchester, arbeitete als Schauspielerin und schrieb zu Beginn der Neunziger ihr erstes Drama. Es folgten Hörspiele und weitere Bühnenstücke. Sie lebt heute in London.