Fünf Finger machen eine Hand

von Edward Boyd
Übersetzung aus dem Englischen: Marianne de Barde und Hubert von Bechtolsheim
Regie: Heiner Schmidt
Produktion: Südwestfunk 1969
55', 55', 55'

Die sechziger Jahre in Großbritannien. Auf dem Pfad der Erleuchtung suchen die Flower-Power-Kinder nach Love and Peace, lesen James Baldwin, schreiben Gedichte und versenken sich in die Musik von Ravi Shankar. In der schottischen Stadt Glasgow ist ihr Treffpunkt das Gorman-Art-Center. Ein zwielichtiger Club, wie Steve Gardiner zunächst glaubt. Der Privatdetektiv ist aus London angereist, um die seit sechs Wochen verschwundene Gaye Simpson zu suchen. Der drogensüchtige Tommy scheint Gardiner einen Hinweis geben zu können, doch bevor er etwas sagen kann, ziert ein kleines rundes Loch seine Stirn. Tommys Hinterlassenschaft: ein Halsband. Gehört es Gaye Simpson?
Den Mord an Tommy Smith versteht Detektiv Steve Gardiner zu Recht als erste Warnung. Auch Kriminalinspektor Gordon und eine anonyme Stimme am Telefon fordern ihn auf, sofort aus Glasgow zu verschwinden. Doch Gardiner ist von der hartnäckigen Sorte. Bei seinen weiteren Nachforschungen stößt er auf eine Mauer aus Schweigen und Feindseligkeit. Nur der Stifter des Scene-Treffs Honey Gorman und seine Nichte Judy Clark, die Leiterin des Centers, und ein "Alleiner" wie Steve unterstützen ihn. Durch ein zerrissenes Foto und einen Pfandschein nähern sie sich allmählich der Schlüsselfigur so vieler Geheimnisse. Gaye Simpson jedoch ist immer noch wie vom Erdboden verschluckt.

Darsteller:
Hans-Peter Hallwachs, Christine Davis, Bodo Primus, Hanns Bernhardt, Heinz Meier, Ellen Xenakis, Wolfgang Wahl, Robert Rathke, Horst Michael Neutze, Wiebke Paritz und Ernst Jacobi

Edward Boyd wurde 1916 in Stevenston/Ayrshire geboren. Er verfasste zahlreiche Serien für die schottische BBC und Granada Television und gehörte zu den Krimiautoren, die ihre Geschichten unmittelbar für das Radio schrieben. 1971 erhielt er den Preis der "Writers' Guild" für die beste Radioserie. Boyds sprachlich anspruchsvolle Krimi-Mehrteiler sind von Hubert von Bechtolsheim und (bis zu ihrem Tod 1995) Marianne de Barde kongenial ins Deutsche übertragen und beim Südwestfunk realisiert worden: "Kein Mann steigt zweimal in denselben Fluss" (1971), "Schwarz wird stets gemalt der Teufel" (1973), "Dachse im Eulenlicht" (1975), "Bullivants Match oder Brachvogel im Herbst" (1986) und "Spanische Schlösser" (1989). Edward Boyd starb im Januar 1990.