Fünf tote alte Damen

von Hans Gruhl
Bearbeitung: Hans-Georg Bethold
Komposition: Hans-Martin Majewski
Regie: Curt Goetz-Pflug
Produktion: WDR/SFB 1965
55', 55', 55', 55', 55'

Schlimm für einen Arzt, wenn die Todesfälle unter seinen Patienten sozusagen epidemischen Charakter annehmen, schlimmer noch, wenn seine Approbation noch jung und sein Ehrgeiz groß ist. Wen nimmt es da Wunder, wenn er beginnt, sich Gedanken zu machen, die weit über sein ärztliches Fachgebiet hinausreichen. Und es erscheint konsequent, dass diese Gedanken ihn schließlich zu - sagen wir - verblüffenden Ergebnissen führen.
Fünf tote alte Damen innerhalb kurzer Zeit wären Grund genug, melancholisch zu werden und bestenfalls über erfülltes Leben nachzudenken. Fünf tote alte Damen aber, die sich seit frühester Jugend kannten und die nun in kurzer Folge sterben müssen, geben Anlass zu weniger freundlichen Spekulationen, auch dann, wenn die Polizei gemeinhin von Laiendetektiven und ihren Theorien wenig hält, zumindest bis zum Tod der dritten alten Dame. Bei der vierten bleibt auch einem hartgesottenen Kripomann nichts anderes mehr übrig als die sachliche Feststellung: Mord. Und auf einmal erscheinen die Ideen des jungen Mediziners gar nicht mehr so abwegig.

Mit Martin Hirthe, Erika von Thellmann, Edith Wöber, Arnold Marquis u.a.

Hans Gruhl, geboren 1921 in Schlesien und von Beruf ursprünglich Arzt, begann in seiner Freizeit Kriminalromane zu schreiben, die er teilweise im Mediziner-Milieu ansiedelte. Viele seiner Bücher wurden für den Hörfunk bearbeitet. Er war Drehbuchautor der Filme "Ich schwöre und gelobe" (1959) und "Heute kündigt mir mein Mann" (1964). 1966 starb er an seiner Schreibmaschine sitzend, als er sich bei der Recherche für einen Roman mit einer vermeintlich entladenen Pistole aus Versehen selbst erschoss. Der WDR produzierte in Kooperation mit dem SFB auch eine Hörspielfassung seines Bestsellers "Das vierte Skalpell" (1967).