Gayngstas

von Nils Binnberg

Regie: Thomas Wolfertz
Produktion: WDR 2008
Länge: 52'

Die heftigste Beleidigung im Hip Hop ist "Faggot" - "Schwuchtel". Es gibt kaum einen anderen Musikstil, in dem die Homophobie größer ist. Die einst gegen Diskriminierung rappenden "Niggas" prügeln verbal auf die vermeintlich schwächeren "Homos" ein. Doch Rapper Deadlee aus L.A. schlägt zurück. Als selbst ernanntes "queer bastard child of DMX and Lil Kim", als schwules Bastardkind zweier bekennend homophober Hip Hop-Künstler, flucht er in seinem Gayngsta Rap gegen die schwulenfeindlichen Töne seiner Kollegen. In explizitem Gangster- Jargon macht er klar, dass Rap noch immer die Sprache der Unterdrückten ist und dass er es ernst meint. Mit tätowierten, muskulösen Oberarmen erinnert er eher an einen Halbkriminellen denn an eine Tunte.

Mit: N.N.

Nils Binnberg, geboren 1976 in Hannover, lebt in Berlin und arbeitet als freier Autor für den WDR.