Gegen den Strich

von Joris-Karl Huysmans
Aus dem Französischen von Hans Jacob

Regie: Michael Farin
Produktion: DLF 2010
Länge: 84'

Jean Floressas Des Esseintes, der letzte Abkömmling einer adeligen, degenerierten Familie, ist enttäuscht von der Banalität und dem Mittelmaß des modernen Lebens, das sich als bürgerliches ausweist. Er kehrt der hässlichen Realität seiner Zeit den Rücken und zieht in ein extravagantes Haus an der Peripherie von Paris. Dort gibt er sich seinem überzüchteten Ästhetizismus hin, lehnt alles Natürliche ab und wendet sich einem ekstatischen Mystizismus zu. Dabei erschafft er sich künstliche Welten und ersetzt die Wirklichkeit durch seinen Traum einer Wirklichkeit. Die Stufen von Des Esseintes Verfall und Verfeinerung fügen sich zu einem klinischen Bild zusammen, zu einem Psychogramm eines Autisten, der an seiner selbsterschaffenen Welt aus isolierter Künstlichkeit scheitert.

Mit: Jens Harzer, Michael Rotschopf und Nina Petri.

Joris-Karl Huysmans (1848-1907), ein in Paris geborener und gestorbener Belgier, schuf mit "À rebour" 1884 einen Roman, der als Schlüsselwerk der Décadence gilt, als "Brevier der Dekadenz" und "Bibel des Fin de Siècle".