Geheimagent Marlowe

von Dieter Kühn

Regie Thomas Leutzbach

Produktion WDR 2007/ca. 162’

England im elisabethanischen Zeitalter: Dem Dichter Christopher Marlowe wird vorgeworfen, bei einer handgreiflichen Auseinandersetzung den Gastwirtssohn William Bradley erstochen zu haben. Man stellt ihn vor die Wahl: Er kann sich auf die Todesstrafe, bei milderem Urteil zumindest auf lange Jahre im Verlies einstellen oder als Agent der englischen Königin in Frankreich operieren. Von dort befürchtet man militärische Übergriffe der Katholiken. Marlowe soll mit neuer, irischer Identität in Paris den Festungsbau studieren und dabei alle brauchbaren Informationen auf geheimen Wegen nach England übermitteln. Er selbst wird von zusätzlichen Spitzeln und Informanten auf Schritt und Tritt überwacht. Leider fliegt seine Tarnung nach Kneipenschlägereien und amourösen Abenteuern schnell auf. Er wird zum Doppelagenten und muss bei seiner Rückkehr nach England mit der Liquidierung rechnen. Marlowe fasst den kühnen Plan, seinen Tod vorzutäuschen, sich nach Irland abzusetzen und undercover neue Theaterstücke zu schreiben.

Dieter Kühn, geboren 1935, wurde für seine Romane, Erzählungen, Biografien und Hörspiele mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter der Hermann-Hesse-Preis und der Große Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Der WDR produzierte zuletzt von ihm das dreiteilige Hörspiel „Mit Flügelohren ins Dritte Reich“ (2001) und „Rasender Schmerz“ (2004).