Hörspiel in 3 Teilen

von Emile Zola
Aus dem Französischen von Wolfgang Günther

Regie: Christiane Ohaus
Komposition: Michael Riessler
Bearbeitung: Christiane Ohaus
Produktion: RB/NDR/DKultur/SR 2013
Länge: je ca. 55'

Der Roman "Das Geld"" von Emile Zola hat über 120 Jahre nach seinem Erscheinen nicht an Aktualität verloren. Es geht um die Machenschaften und Intrigen der Bankiers und Börsenspekulanten. Der Protagonist Aristide Saccard, ein Immobilienspekulant, gründet die "Banque Universellem Mit gefälschten Bilanzen treibt er die Kurse der Bank in die Höhe, heuert einen Strohmann an und nimmt Ein-fluss auf die Meinungsbildung, indem er ganze Zeitungen aufkauft.

»Nie hatte Saccard die Börse aus der Vogelperspektive in so merkwürdiger Ansicht erblickt, mit den vier schiefen Ebenen ihres mächtigen Zinkdaches, überragt von einem starrenden Wald von Röhren. Die Spitzen der Blitzableiter richteten sich wie riesig lange Spieße drohend himmelwärts. Das Gebäude selbst war nur ein schmutziggrauer, nackter Steinwürfel, über dem eine zerfetzte Fahne flatterte. Einen eigentümlichen, verblüffenden Anblick boten Stufen und Säulengang, welche von schwarzen Ameisen gesprenkelt schienen, als sei der ganze Ameisenhaufen in Aufruhr und von einer hochgradigen Aufregung hin und her bewegt.

In "Das Geld" beschreibt Zola realistisch und detailgenau die Genese eines großen Krachs an der Pariser Börse, den er zeitlich in die glänzende Endphase des Second Empire unter Napoleon III. verlegt. Zola erzählt von Spekulanten, Finanzmaklern, großen Bankiers und kleinen Anlegern, von Zynikern, Aasgeiern, Moralisten, Revolutionären, von all den Opfern und Tätern in dem schwindelerregenden Spiel um das Geld. Und natürlich sind es am Ende nicht die Macher, die vernichtet werden - die hecken wie Zolas Romanheld Saccard am Ende schon wieder fröhlich-ungeniert weitere Millionengeschäfte aus.

Mit: Chris Pichler, Andreas Grothgar, Burghart Klaußner, Roman Knifka, Boris Aljinovic u.a.

Emile Zola (1840-1902) stellte in seinem 20 Bände umfassenden Romanzyklus "Die Rougon-Macquart"" die soziale Wirklichkeit Frankreichs im Zweiten Kaiserreich am Beispiel einer großen Familie dar. "Das Geld"" (1891) ist der 18. Band dieses großen Werkes.

Wolfgang Günther (1940-1998] war ein deutscher Übersetzer, der aus dem Französischen, Spanischen und Portugiesischen übersetzte, z.B.: "Das Leben Tolstois" von Romain Rolland, "Die Elenden"" von Victor Hugo und "Honorine"" von Honoré Balzac.

Christiane Ohaus, geboren 1959. Von 1993-2012 feste Regisseurin bei Radio Bremen, seit 2012 auch Hörspielredakteurin im NDR. Zahlreiche Hörspiel-Bearbeitungen: z.B. von Friedo Lampe, Charlotte Brontë, Boris Vian, Hans Magnus Enzensberger.