Die Geschichte vom Franz Biberkopf



Regie: Kai Grehn
Komposition: Kai-Uwe Kohlschmidt und Tarwater
Produktion: SWR/BR/RBB 2007
Länge: 82'

"Die Welt ist schlecht, wie soll da jemand gut bleiben können? Alfred Döblins Arbeiter Franz Biberkopf schafft es nicht. Aber der SWR schafft es, Berlin Alexanderplatz, den ersten deutschen Großstadtroman, zu verhörspielen. Schon der Mut dazu ist uneingeschränkt zu loben; klar ist, dass die Umsetzung fragmentarisch bleiben muss.

Regisseur Kai Grehn montiert Motive und Handlungsstränge zu kontrastreicher Vielfalt mittels verteilten Räumen und Mehrdimensionalität im Klang. Er inszeniert aber dialogischer als die Romanvorlage es nahelegt: Die Hauptfigur Großstadt tritt in den Hintergrund, so umgeht Grehn die Übermacht des Döblinschen Textgebirges. Dem SWR gelingt das Kunststück, das Zeitkolorit der späten 20er zu bewahren und den Stoff zugleich vermittels aktueller musikalischer Grundierung von Kai-Uwe Kohlschmidt ins Heute zu heben.

Mit: Otto Mellies (Sprecher), Andreas Leupold (Franz Biberkopf), Andreas Schmidt (Reinhold), Jule Böwe (Mieze), Dieter Mann (Hoppegartner), Astrid Meyerfeldt (Eva), Milan Peschel (Pums), u.v.a.