G.F.R.G. - GmbH für religiöse Gründungen

von Carl Einstein

Regie: Ulrich Gerhardt
Bearbeitung: Ulrich Gerhardt/Gisela Lerch
Produktion: BR/NDR/HR 1993
Länge: 55''

Zwischen 1913 und 1918 entstand Carl Einsteins Prosatext G.F.R.G. über den armen Schlucker Jakob Häberle. Er lebt in einer Welt, in der ein Mangel an Ideologien herrscht, da das allgemeine Interesse nur Verkäuflichem gilt. Messerscharf schließt Häberle, dass in solchen Zeiten mit dem Verkauf religiöser Werte das beste Geschäft zu machen sei. Da er "der Romane müde" ist, versucht er, "seinen vagen Einfall" zur Gründung einer neuen Religion rasch "in etwas Verzehrbares" umzusetzen. So erfindet er den Verkaufsartikel "Seelenheil" mit Aussicht auf Dividende, er sorgt für die Zulassung von Idealen an der Börse und die Groteske nimmt ihren Lauf. Architekten und Dekorationsunternehmer, Werbeleute und Hysteriker schließen sich - das große Geschäft witternd - Häberle an. Nur für die Dichter beginnen - wieder mal - schlechte Zeiten, weil sie niemand mehr braucht.

Mit: Rolf Schulz, Ulrich Tukur, Hans Wyprächtiger, Benno Hoffmann, Johannes Hertel, Helmut Pick, Kaete Jaenicke, Joachim Höppner, Paul Daniel, Hans Bergmann, Adele Florow

Carl Einstein (1885-1940), Autor und Kunsthistoriker. Werke u.a. Bebuquin oder Die Dilettanten des Wunders (1912), Negerplastik (1915), Die schlimme Botschaft (1921), Die Kunst des 20. Jahrhunderts (1926), Entwurf einer Landschaft (1930). Weitere Hörspieladaption: Die Dilettanten des Wunders oder Die billige Erstarrnis (WDR 1987).