Gigi

von Sidonie-Gabrielle Colette
Aus dem Französischen von Vicki Baum

Regie: Heinz-Günter Stamm
Komposition: Raimund Rosenberger
Bearbeitung: Anke Beckert
Produktion: BR 1975
Länge: 88'

Gigi, die Geschichte eines jungen Mädchens in den Verwirrungen der ersten Liebe, spielt im Paris der Jahrhundertwende, in der Belle Epoque, als man den frou-frou seidener Unterröcke hören konnte. Die Heldin ist ein ungeniert natürliches, aufrichtiges und vertrauensvolles Geschöpf, das jüngste Mitglied einer von drei Traditionen beherrschten Familie: Sie besteht stets nur aus Frauen, die niemals heiraten und großzügige Gentlemen zu schätzen wissen. Mit aller Sorgfalt wird Gigi von ihrer Großtante, ihrer Mutter und ihrer Großmutter auf ein Leben als anpassungsfähige, elegante Kokotte vorbereitet. Nichts fehlt - außer dem Beispiel der Tugend. Aber als ein guter Freund der Familie, der Zuckerfabrikant Lachaise, dem Gigi von Herzen zugetan ist, sie zu seiner Mätresse machen will, schockiert das junge Mädchen seine Erzieherinnen und den Bewerber mit einem kategorischen Nein.

Mit: Uli Philipp, Klaus Maria Brandauer, Lina Carstens, Susi Nicoletti u.a. Sidonie-Gabrielle Colette (1873-1954), französische Schriftstellerin, Varietékünstlerin, Journalistin.

1943, im von den Deutschen besetzten Paris, von Gicht gepeinigt und angesichts der Gefahr, in der ihr geliebter jüdischer Mann schwebte, schrieb die siebzigjährige Colette ihre berühmteste Novelle, mit der sie sich selbst und Millionen anderen den Glauben an die Jugend, an den Sinn der Hoffnung und an die Unzerstörbarkeit der Liebe wiedergab. Gigi wurde nach Kriegsende mit großem Erfolg für die Bühne bearbeitet und zweimal verfilmt.