Das Glashaus

von Magda Woitzuck

Regie: Peter Kaizar
Musik: Peter Kaizar
Produktion: ORF 2012
Länge: 53'


Meinhard Josef heißt der eine, Josef Meinhard der andere. Geboren wurden sie an einem 2. Juli zur Mittagszeit, der eine exakt vier Minuten und 20 Sekunden nach dem anderen. Meinhard Josef und Josef Meinhard sind Zwillinge. Aber was für welche! Nach drei Wochen in der Volksschule können sie lesen, sie maturieren mit 15, mit 16 fangen sie an, Biologie und Biochemie zu studieren.

Von ihren geschiedenen Eltern wünschen sie sich, um ihren wissenschaftlichen Neigungen besser nachgehen zu können, ein Glashaus. Ein großes Glashaus. Zehn Meter breit und 15 Meter lang. Sie züchten exotische Pflanzen, bald schon tummeln sich seltsame Tiere in ihrem Labor. Immer seltener zeigen sich die Brüder in der mütterlichen Wohnung, immer häufiger und immer länger verweilen sie in ihrer selbst geschaffenen, künstlichen Wildnis. Manchmal kommen sie in die Wohnung, um Kratz- oder Bisswunden verarzten zu lassen. Eines Tages macht die Mutter der beiden eine Entdeckung. Der Kosmos ihrer Söhne hat sich gedehnt und zu einem Dschungel ausgeweitet. Die Mutter lernt schießen, kauft sich ein Gewehr und bricht auf, um ihre Söhne aus den Fängen der Wildnis zu befreien.

In ihrem zweiten Hörspiel lässt die junge österreichische Autorin Magda Woitzuck Reales und Irreales mühelos ineinander fließen.

Mit: Gerti Drassl, Anne Bennent, Stephan Paryla, Florentin Groll, Harald Cranz u.a.

Magda Woitzuck, geboren 1983 in Wien, Studium der Literaturwissen- schaft in Wien, erste Veröffentlichung 1997. Magda Woitzuck schreibt Prosa, Hörspiele und Theaterstücke. Für das Hörspiel »Doggod« , produziert vom ORF, wurde sie 2010 mit dem Kritikerpreis für das »künstlerisch an- spruchsvollste Hörspiel« des Jahres ausgezeichnet.