Der Gondoliere von Itzehoe

von Günter Kunert

Regie: N. N.
Produktion: MDR 2010
Dauer: 45'00

So weit oben im Norden ist Karl Hitzack noch nie gewesen - auch nicht damals, als man noch gar keine Sondergenehmigungen dafür brauchte. Jetzt aber fährt er nach Itzehoe, mitten in die Sperrzone. Einen guten Grund gibt es für seinen Besuch: sein Sohn Albert heiratet. Und wie es sich gehört, holt er seinen Vater am Bahnhof ab: mit seinem Boot. Denn seit die Polkappen abgeschmolzen sind, hat nicht bloß Holland seine gesamte Bevölkerung in den Nachbarländern untergebracht: auch Itzehoe hat Kanäle statt Straßen. Doch man hat sich eingerichtet: Häuser - auch Kaufhäuser - lassen sich doch auch durch die Fenster im ersten Stock betreten. Die draußen auf den Inseln haben es viel schlechter. Sie müssen sogar mit Trinkwasser versorgt werden - was den Handel mit dem begehrten Nass zu einem einträglichen Geschäft macht. Zumindest für Albert. Oder zumindest glaubt Albert das. Denn wo die Gewinnspanne lockt, gibt es nicht bloß Kompagnons, sondern auch Konkurrenten. Und ihre Methoden sind noch weniger fein, als Karl Hitzack je zu träumen wagte - nicht einmal in einem Alptraum wie diesem.

Mitwirkende: N. N.

Günter Kunert, geboren 1929 in Berlin, veröffentlichte neben zahlreichen Gedicht-, Prosa- und Essaybänden sowie der Autobiografie "Erwachsenenspiele" seit den 70er Jahren etwa zwei Dutzend Hörspiele. Zuletzt "Ostragon und Wessimir" (MDR/ ORB 1993), "Fantasien über das Verbrechen" (MDR 1994), "Am Sexophon: Esmeralda" (MDR 2001), "Die Puppe" (MDR 2004) und "Keine weiteren Vorkommnisse" (MDR 2008).