Der große Baresi

von Jimmy Docherty

Regie: Hans Helge Ott
Bearbeitung: Heidi Knetsch und Stefan Richwien
Produktion: NDR 2011
Länge: 51'

Was für eine Gemeinheit! Der 13jährigen Jake, wohnhaft in einem heruntergekommenen Stadtteil von Glasgow, wird am hellichten Tag überfallen. Zwei Mädchen nehmen ihn in die Mangel und klauen ihm 20 Pfund. Wie soll er das seiner Oma erklären, die ihn mit dem Geld zum Einkaufen geschickt hatte? Jake ist so wütend und verzweifelt, dass er sich in die Höhle des Löwen wagt: Zum Gangsterboss Cortesi, für den die Mädchen arbeiten. Cortesi ist fassungslos über Jakes tollkühnen Besuch. Er bedroht den Jungen. Und wieder reagiert Jake unerwartet: Mit Freunden heckt er den Plan aus, es Cortesi und seinen Leuten heimzuzahlen. Die Jungen erfinden den "Großen Baresi", einen Phantomgangster, der in der Stadt für große Verwirrung sorgt. Tatsächlich locken sie Cortesi aus der Reserve. Einen, der mächtiger ist als er selbst, kann er nicht dulden. Was wie ein verrückter Streich beginnt, wächst Jake und seinen Freunden schnell über den Kopf. Es ist nur noch eine Frage von Stunden, ehe Cortesi und seine bis auf die Zähne bewaffneten Kumpels dem "Großen Baresi" auf die Schliche kommen.

Dochertys Buchvorlage trägt den Untertitel: "Ein nicht ganz gewöhnlicher Gangsterroman". In der Tat ist dies eine ziemlich schräge Story: Drei wehrlose Kinder, die ein behütetes Aufwachsen nie kennen gelernt haben, stellen sich löwenmutig gegen Profiverbrecher der übels­ ten Sorte. Das wirkt komödiantisch-grotesk, aber auch rührend. Jakes Abenteuer bietet neben Action und Situationskomik auch Einblicke in eine verrohte Gesellschaft, in der die "Guten" es schwer haben, Verbündete in der Erwachsenenwelt zu finden. Und doch wird das Daumendrücken der Hörer am Ende helfen: Ein Unbekannter tritt auf den Plan und sorgt für ein kaum mehr für möglich gehaltenes Happy End.