Halskette und Kalebasse

zweiteiliges Hörspiel
nach dem gleichnamigen Kriminalroman von Robert van Gulik
aus dem englischen von Klaus Schomburg

Mit: Ernst Jacobi, Hans-Michael Rehberg, Peter Fitz, Irina Potapenko, Rudolf Wessely, Traugott Buhre, Fritz Lichtenhahn, Renate Schroeter u.a.
Hörspielbearbeitung: Heiko Daniels
Regie: Götz Fritsch
Produktion: HR/SWR 2008
55'/54'

China, 7. Jahrhundert: Eigentlich hat Richter Di darauf gehofft, in der friedlichen Stadt am Fluss ein wenig Entspannung beim Angeln zu finden, bevor er zu seinen Geschäften in Puyang zurückkehren muss. Ganz in der Nähe der Stadt steht der Wasserpalast, die Sommerresidenz der Lieblingstochter des Kaisers, das Militär hat ein wachsames Auge auf alles. Doch kaum kommt er in die Nähe der scheinbar friedlichen Hafenstadt, findet er sich kurzerhand im kompliziertesten Fall seiner ganzen Laufbahn wieder: Der Fluss hat vor kurzem die aufgeschlitzte Leiche von Mai Tin ans Ufer gespült, dem Kassierer der Kneipe „Eisvogel“. Di, bekannt für seinen brillanten Geist, wird vom Hauptmann der Stadt als Arzt getarnt und soll verdeckt erforschen, was im Argen liegt. Di steigt im „Eisvogel“ ab, wo er den Wirt Wi trifft, dessen Frau seit dem Mord an Mai Tin vermisst wird. Doch bevor er hier auch nur einen hilfreichen Hinweis findet, wird er in den Wasserpalast gerufen, um eine kranke Hofdame zu behandeln. Das ist aber nur der erste von vielen falschen Vorwänden. Statt der Hofdame verlangt die kaiserliche Tochter seine Hilfe: Sie fordert von Di, ihr ein wertvolles Erbstück wiederzubringen: eine gestohlene Perlenkette. Auf dem Rückweg vom Palast trifft Di auf den Wandermönch Kalebasse. Am Lagerhaus des Seidenfabrikanten und Chefs aller Bordellbesitzer Lang werden die beiden überfallen. Spätestens da zieht die Schlinge zu: Di findet heraus, dass Lang den ermordeten Mai Tin kannte, der wiederum unsterblich in die Frau des Wirtes vom „Eisvogel“ verliebt war. Um für seine Geliebte Geschenke kaufen zu können, spielte er mit Lang um Geld. Lang, konfrontiert mit dem Überfall auf Di, gesteht dem Richter, dass er für die gestohlene Perlenkette verantwortlich ist. Doch damit ist der Fall längst nicht gelöst. Die Verstrickungen ziehen sich weiter bis in die höchsten Kreise des Palastes. Di muss all seine Ruhe und sein ermittlerisches Geschick aufbieten, um das Gewirr an Intrigen und Interessen zu durchdringen.

Robert van Gulik (1919 – 1967) geboren in Zutphen/Niederlande, war Orientalist, Diplomat und Schriftsteller. Seine schriftstellerische Tätigkeit begann 1949 mit einer Übersetzung des aus dem 18. Jahrhundert stammenden chinesischen Kriminalromans „Merkwürdige Kriminalfälle des Richter Di“. Die Titel- figur, Richter Di, lebte in der Tang-Zeit von 630 bis 700 n. Chr. Diese Übersetzung war ein solcher Erfolg, dass van Gulik begann, eigene Bücher über Richter Di zu schreiben. Es entstanden vierzehn Romane und einige Erzählungen. Obwohl die Inhalte der Romane fiktiv sind, vermitteln sie doch aufgrund van Guliks genauer Kenntnis der chinesischen Kultur und Geschichte detaillierte Einblicke in soziale, wirtschaftliche und kulturelle Gegebenheiten Chinas. Robert van Gulik starb in Den Haag.