Haus aus Stimmen

von Silke Scheuermann
Komposition und Regie: Cathy Milliken/Dietmar Wiesner
HR/SWR/DLF 2008
Länge: 45’22

„Die Grundidee des Librettos ist, dass das Haus lebt, nicht auf eine esoterisch-spukige Art, sondern im psychologischen Sinne. Wir leben im 21. Jahrhundert in einer tiefen Abhängigkeit von den Dingen, die nicht immer im Horizont unseres Bewusstseins liegt.“ (Silke Scheuermann)
Ein junges Paar zieht in ein altes Haus. Er geht zur Arbeit, sie bleibt zu Hause, schreibt an einem Fernsehspiel. Die Stimme des Hauses scheint sich in ihre Arbeit einzumischen, kommentiert den Ehealltag. Der Mann leidet unter der zunehmenden Zurückgezogenheit der Frau, missversteht sie.

Dieses Stück für Countertenor, Schauspielersprache und -gesang, Schlagzeug, Streicher und Chor verfremdet mythisierend und ironisierend eine moderne Beziehungsgeschichte. Hier scheitert das Paar nicht an prosaischen Lappalien, sondern am Traum, die Liebe biete ein Gegengewicht wider die eigene Ödnis. Lyrik, Gesang, Musik sind hier die Ausdrucksformen, die von den letzten Dingen sprechen.

Mit Chris Pichler, Michael Rotschopf, Daniel Gloger (Countertenor) u.a.

Silke Scheuermann, geb. 1973 in Karlsruhe, lebt in Frankfurt/Main. Schriftstellerin. Studium der Theater- und Literaturwissenschaft in Frankfurt / Main, Leipzig und Paris. Auszeichnungen u.a. New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds (2006), Förderpreis zum Grimmelshausen-Preis (2007). Werke u.a. Der Tag an dem die Möwen zweistimmig sangen (2001), Die Stunde zwischen Hund und Wolf (2007).