Haute Surveillance - Unter Aufsicht

von Jean Genet
Aus dem Französischen von Gerhard Hock

Regie: Christian Bertram
Produktion: SFB 1986
Länge: 69'

Die »Skizze zu einem Stück«, so Genet, entstand in den vierziger Jahren, als er im Gefängnis zu schreiben begann. Genet zeichnet die Situation in einer Zelle, in der drei junge Gefangene - Grünauge, Lefranc und Maurice - abgeschlossen und isoliert von der Außenwelt sich gegenseitig vernichten. Unter dem Druck einer Katastrophe, deren Zentrum sie selbst sind, folgen sie einem Ritual eigener Gesetzmäßigkeit.

»Alles läuft ab wie ein Traum« [Genet]. Alles ist wahr, ist Realität. Aber weniger als Wiedergabe einer wirklichen Gefängnissituation. Genet ver- dichtet, konzentriert auf das Abenteuer des Imaginären, Unsichtbaren; er entwirft ein Bild des Todes.

Mit: Mit Gerd David, Tayfun Bademsoy, Maximilian Wigger und Jean-Paul Raths.

Jean Genet (1910-1986), französischer Romanautor, Dramatiker und Poet. Wegen verschiedener Delikte wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt; 1948 erwirkten mehrere Künstler, darunter Sartre, Picasso und Cocteau seine Begnadigung. Genet erlangte in den 60er Jahren späten Ruhm.