Hector. Die Geiselshow

von Enno Stahl
Regie: Thomas Leutzbach
Produktion: wdr 2007
ca. 55’

Im Herbst noch tausend Leute entlassen, jetzt die Übernahme durch einen japanischen Multi – für die Manager der Firma Telematics war es ein erfolgreiches Jahr. Darauf soll auf der Weihnachtsfeier angestoßen werden. Doch das stilvolle Fest wird gewaltsam gestört: Schwer bewaffnete Männer in Kampfanzügen stürmen das Gebäude und nehmen die Chefetage der Firma als Geisel. Die Pressesprecherin Norma bleibt als einzige Frau in der Gewalt der Terroristen, die sich als militante Globalisierungskritiker entpuppen. Ist das alles nur eine Form
von Pop-Terror oder wirklich ein ernst zu nehmender Anschlag? Ohnmächtig muss Norma erleben, wie
Demonstranten sich mit den Geiselnehmern solidarisieren, Talkshows mit Gefangenen inszeniert werden
und der Kopf der Terroristen zum Medienstar avanciert. Während die Öffentlichkeit die Ereignisse wie eine
gesellschaftskritische Reality-Show verfolgt, spitzt sich die Lage in der Geiselhaft immer bedrohlicher zu.

Enno Stahl, 1962 in Duisburg geboren, ist Schriftsteller, Performancekünstler und arbeitet bei verschiedenen
Zeitungen und Magazinen als Journalist und Kritiker. Seit 1983 lebt er in Köln, wo er Mitglied der „Kunstpiraten“
und der „ Rheinischen Fundamentalisten“ war. „Hector. Die Geiselshow“ basiert auf seinem zuletzt erschienen
Roman „2Pac Amaru Hector“.