Heimkehr

von Jan Eik (d.i. Helmut Eikermann)
Ton: Birgit Nauck
Komposition: Hans Rempel
Regie: Werner Grunow
Produktion: FUNKHAUS BERLIN 1990
44'

Bei der geselligen Feier eines Lehrerkollegiums anlässlich des "Tag des Lehrers" im Juni 1990 in einer Kreisstadt taucht Jonas auf, ein ehemaliger Kollege, der Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wegen unerwünschter politischer Tätigkeit aus dem Schuldienst entlassen, verhaftet, verurteilt und später von der Bundesrepublik freigekauft worden war. Am Morgen nach der ungeplanten Wiedersehensfeier mit den ehemaligen Kollegen und Widersachern wird er im Stadtpark mit einer schweren Schädelverletzung aufgefunden, an der er wenig später verstirbt. Die Aufklärung des Falls liefert ein Mosaik des moralischen Zustands der Beteiligten in der Endphase der DDR unmittelbar vor der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion mit der BRD. Schließlich stellt sich der ehemalige Lehrer Graupner, der Jonas seinerzeit verteidigt hat und deshalb ebenfalls disziplinarische Konsequenzen erdulden musste, der Polizei, weil er Jonas nach einer verbalen Auseinandersetzung aus Verbitterung über dessen moralische Wandlung mit einer Sektflasche an den Kopf schlug, was der Geschlagene zunächst scheinbar unbeschadet verkraftet hatte.

Jan Eik (d.i. Helmut Eikermann), am 16.8.1940 in Berlin geboren, arbeitete nach dem Abitur zunächst als Studioassistent, nach einem Studium in Mittweida und Dresden war er bis 1987 Diplom-Ingenieur für Informationstechnik beim Rundfunk.
Helmut Eikermann publizierte seit 1961 zunächst vornehmlich in Zeitschriften (u.a. "Die Weltbühne"). Es entstanden eine Vielzahl von Glossen, Feuilletons, Reportagen und Rezensionen. Dazu kamen Prosatexte in Anthologien, Kinderhörspiele, Features und Jazzsendungen für den Rundfunk. Daneben zahlreiche Beiträge zur Medien- und Berlin-Geschichte und zur Kriminalliteratur, Sachbücher, Drehbücher und eine Komödie.
Seit 1987 ist Helmut Eikermann freiberuflicher Autor und Publizist. Er war Gründungsmitglied der Sektion Kriminalliteratur im Schriftstellerverband der DDR, ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller und in der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur DAS SYNDIKAT, für die er als Herausgeber und Redakteur des (internen) newsletter "Secret Service" tätig war. Für den Rundfunk schrieb Helmut Eikermann mehr als 20 Kriminalhörspiele und -features. In der DDR-TV-Serie "Der Staatsanwalt hat das Wort" stammt von ihm "Gefährliche Freundschaft". Seine Reportagen zu spektakulären Kriminalfällen in der ehemaligen DDR sind im Sammelband "Besondere Vorkommnisse" (1995) nachzulesen. Von ihm stammt auch die Biographie über Heinz Werner Höber "Der Mann, der Jerry Cotton war" (1996).
1990 erhielt Jan Eik den "Handschellen-Preis" der Sektion Kriminalliteratur für den Krimi "Der siebte Winter" und 1999 wurde er mit dem Berliner Krimi-Preis "Krimifuchs" ausgezeichnet.