Hetzjagd

nach dem gleichnamigen Roman von Brian Moore,
aus dem Englischen von Bernhard Robben

Hörspielbearbeitung
in zwei Teilen und Regie | Alexander Schuhmacher
Produktion SWR 1998
Teil 1 53:46, Teil 2 52:33

Wirklich heimisch fühlte er sich nur in Klöstern. Gastfreundschaft
gegenüber Fremden war hier Gesetz, über Jahrhunderte des Glaubens
tradiert, Erinnerungen an eine Zeit, als die Kirche eine eigene,
unabhängige Macht war und es ihr freistand, jenen Fliehenden Asyl zu
gewähren, denen sie zu helfen gewillt war. Hinter den Klostermauern hörte
die Welt auf. Mönche sehen nicht fern und lesen keine Zeitungen. Das war
das Allerwichtigste. Gerade jetzt. In den Weinbergen zwischen Aix, Nizza
und Avignon fährt ein weißer, unscheinbarer Peugeot von einem Kloster
zum anderen. Sein 70jähriger Fahrer ist den Mönchen stets willkommen,
auch für längere Zeit. Wer würde auch hinter jenem Mann am Steuer die
Zielscheibe eines Killerkommandos vermuten, einem Mann, dem die
Militärpolizei auf den Fersen ist? Ein wegen Verbrechen gegen die
Menschlichkeit Verurteilter, der vom Staatspräsidenten begnadigt wurde,
da man auch in den höheren Rängen, jene unselige Vichy-Zeit vergessen
möchte? Und dennoch ist der alte Mann auf der Flucht: vor mysteriösen
Attentätern.

Brian Moore | geboren 1921 in Belfast, verließ 1948 Irland und nahm die
kanadische Staatsbürgerschaft an. 1968 ließ er sich in Südkalifornien
nieder. Sein Werk wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet.
Moore, der die Kunst des Schreibens packender Romane mit enormer
literarischer Meisterschaft verbindet, deckt jenes labyrinthische Minenfeld
auf, das zum Erbe von Nachkriegsfrankreich gehört.