Die Hochstaplerin

von Christine Grän
Bearbeitung: Joy Markert
Regie: Fabian von Freier
Produktion: WDR 2001
Teil 1 und 2 ca. 54'

Wer "Felicitas", "die Glückliche" heißt, den liebt das Leben, sollte man meinen, und solche glücklichen kleinen Mädchen aus besseren Kreisen werden von feinsinnigen Vätern oft Fee genannt. Aber das klappt nicht immer. Auch nicht im Falle von Felicitas Wondraschek, Tochter eines ebenso charmanten wie glücklosen Feingeistes. Robustere Naturen allerdings sehen in ihm nur den Hochstapler, in dessen Fußstapfen die Tochter tritt. Eine kleine Prise Männerhass würzt das Ganze, gespeist aus zahlreichen Rendezvous und Abzockenächten mit Herren, die letztlich keine solchen sind. Da lacht das Glück schon eher in Gestalt von Klara, genannt Claire, Wondrascheks ehemalige Haushälterin und nachmalige Witwe, die Felicitas ebenso zu- wie den Männern abgeneigt ist. Zu zweit bewegen die beiden die Welt, zumindest die der Männer mit Geld.

Christine Grän, geboren 1952 in Graz, hat - vergnüglich Gift versprühend - die Szene der Fake-Promis und Geldmänner aufs Korn genommen. Nach der Kriminalkommissarin Anna Marx ist ihr mit Felicitas Wondraschek eine weitere Frauenrolle geglückt, die gleichermaßen Spannung und Witz, Nachdenklichkeit und Schwung in die Handlung bringt. Christine Grän war nach ihrem Studium Redakteurin bei einer Bonner Tageszeitung. Sie schreibt Drehbücher und Hörspiele. Der WDR sendete zuletzt von ihr "Anna Marx und die Mörderin" (2000).