Ich töte, du stirbst

von Patrícia Melo
aus dem Brasilianischen von Barbara Mesquita
Bearbeitung und Regie: Annette Berger
Produktion: WDR 2004
55'

Was, wenn der Mann, der jede Nacht neben dir liegt ein berüchtigter Frauenmörder ist? Rita hat diesen grausamen Verdacht. Nein, keinen Verdacht - sie ist sich sicher. Denn die Geschenke, die er ihr macht, hat sie zuvor bei den Frauen gesehen, mit denen er sie betrogen hat. Und deren Fotos sich am Tag danach in der Zeitung finden: als die der Opfer des Lapa-Mörders. Aber der Kommissar, vor dem sie aussagt, hält Rita für hysterisch. Ohne Frage: Sie ist krankhaft ängstlich und zugleich todessehnsüchtig, spielt in ihrer Phantasie genüsslich alle denkbaren Todesarten durch.
Genau wie der Angestellte, der zu Hause wie besessen Hemdkragen bügelt und sich in immer schillernderen Farben ausmalt, seine Nachbarin zu töten. Bis er seine Arbeit vernachlässigt, seine Familie verlässt, sein ganzes Leben aufgibt, nur um dieser Obsession nachzugehen. Er lernt die Nachbarin kennen, wird Teil ihres Lebens. Aber tötet er sie auch? Am Ende stellt er sich der Polizei: Er sei der Lapa-Würger. Wo hört die Wirklichkeit auf und wo fängt die Paranoia an? Die Toten sind real. Aber was ist mit ihren Mördern?

Die Brasilianerin Patrícia Melo wurde 1962 geboren und lebt in Rio de Janiero, wo sie für Bühne, Film und Fernsehen schreibt. 1998 wurde sie für ihren Roman „O Matador“ mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet, die „Times“ kürte sie zur „führenden Schriftstellerin des Millenniums“ in Lateinamerika. „Ich töte, du stirbst“ ist ihr Debüt-Roman.