Im toten Flügel

von Uccio Esposito Torrigiani
Aus dem Französischen von Eugen Helmlé

Regie: Norbert Schaeffer
Produktion: SR/WDR 1990
Länge: 71'


Morgengrauen in der Wartehalle eines großen Flughafens, der Flug nach Ugadugu wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Entsprechend turbulent-entnervt geht es unter den Passagieren zu. Ein kleiner Junge mit Walkman rennt lärmend durch die Halle, Inderinnen tauschen Kochrezepte aus, ein Forschungsreisender hält Vorträge. Zu den Wartenden gehören auch Pierre und Anne - er arbeitet als Pedologe in Afrika, sie ist angestellt in einem Pariser Büro. Die beiden reden miteinander. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass Anneauf keinen Flug wartet. Seit drei Tagen hat sie den Flughafen nicht mehr verlassen. Warum?

Souverän spielt Torrigiani mit dem merkwürdigen Ausnahmezustand, in den Menschen in der Wartehalle geraten. Ebenso souverän hält die Regie in der Inszenierung die Balance zwischen Verzweiflung und Komik, zwischen Realität und Irrealität.

Mit: Hanns Zischler, Doris Plenert, Charlene Harris u.a.

Uccio Esposito Torrigiani, 1932 in Italien geboren, Kindheit in einer Theatertruppe. Soldat in Italien, Maler in Tunis, Hilfsarbeiter in Hamburg, Tellerwäscher in Stockholm. Seit 1961 Theater- und Romanautor sowie Übersetzer, der SR produzierte seine Hörspiele „Schlachten“ (72, erst 2001 bei France Culture), „Diskurs“ (76, beide mit Danielle Collobert), „Die Normabweichung“ (78).