In der Strafkolonie

von Franz Kafka
Regie Ulrich Gerhardt
Mit Peter Simonischek
Produktion BR 2007
Länge: 73´00

Ein angesehener Forschungsreisender erhält die Einladung, an einer öffentlichen Exekution teilzunehmen, um einen Einblick in das Rechtssystem der Strafkolonie zu erhalten, die auf einer weit entfernten Insel gelegen ist. Der dort herrschenden Rechtsordnung folgend, wird dem Angeklagten vor der Hinrichtung weder die Möglichkeit gegeben, sich zu verteidigen, noch verkündet man ihm vor der Vollstreckung das Urteil. Eine Apparatur führt den Hinrichtungsprozess durch, indem sie dem Verurteilten das Gebot, das er übertreten hat, in die Haut einritzt. Der Vorgang schreitet fort, bis die Nadeln so tief in das Fleisch des Verurteilten eindringen, dass diesem die Bedeutung der Einschreibungen aufgeht. Nach dieser zwölfstündigen Folter durchsticht eine besonders lange Nadel den Kopf des Verurteilten, er stirbt und wird entsorgt. Der Reisende beobachtet aufmerksam die Abläufe. Er prüft die Vorgehensweise, reflektiert seinen Standpunkt und ist entschlossen bis zum Ende zu bleiben.

Kafkas Erzählung entstand im Oktober 1914 unter dem Eindruck des beginnenden Ersten Weltkriegs.

Franz Kafka (1883-1924), deutschsprachiger Schriftsteller. Gegen seinen Willen posthum veröffentlichte Werke u.a. Der Prozeß (1925), Das Schloß (1926). Hörspieladaptionen u.a. Die Verwandlung (NDR 2002).